„Wenn der Atem bewegt ist, dann ist auch der Geist bewegt- wenn der Atem ruhig ist, dann ist der Geist ruhig“
Hatha Yoga Pradipika
 
Pranayama (= bewusste, willentliche Lenkung der Atmung) spielt neben bzw. gemeinsam mit der Asana- Praxis eine große Rolle im Yoga.
„Atman“ übersetzt aus dem Sanskrit bedeutet das individuelle Selbst, das ICH, oft auch als Seele übersetzt. Das passt auch damit überein, dass wir atmen müssen, um zu leben- der Atem begleitet uns von der Geburt an bis zum Tod.
Du kannst Deinen Körper mit Atmen energetisieren, aber auch beruhigen. Eine vertiefte Bauchatmung stimuliert das parasympathische vegetative Nervensystem, welches für die Erholung und Regeneration zuständig ist.
Der Atem korreliert mit der mentalen oder/und körperlichen Verfassung, d.h. über den Atem ist es möglich, den Körper z.B. die Durchblutung, Verdauung oder das  Herz-Kreislauf-System. Und es gibt neuronale Verknüpfungen zwischen dem Atemzentrum und emotionalen Hirnregionen, d.h. auch die Psyche wird beeinflusst. Der Mandelkern im Gehirn (er ist Teil des limbischen Systems und verantwortlich für die Entstehung von Angst und Panik) steht in enger Beziehung mit dem Atemzentrum.
Außerdem wird 70% des Wassers über die Atmung ausgeschieden.
Wie funktioniert die Atmung aus anatomischer Sicht?
Der Hauptatemmuskel ist das Zwerchfell, es trennt unseren Brustraum vom Bauchraum und spannt sich wie eine Hängematte auf. Dann gibt es noch Zwischenrippenmuskeln und verschiedene Atemhilfsmuskeln, die eigentlich andere Funktionen besitzen, die Ein- und Ausatmung aber unterstützen (Bauchmuskulatur, breiter Rückenmuskel, Schultergürtelmuskulatur,..)
Im Yoga atmen wir grundsätzlich durch die Nase. Die Vorteile der Nasenatmung sind, dass die Luft gereinigt, befeuchtet und angewärmt wird.
Welche Atemübungen werden im Yoga ausgeführt?
Es gibt verschiedene Techniken im Pranayama, dazu hier ein paar Beispiele:
Ujjayi- Atmung: hier wird durch eine besondere Technik die Stimmritze verengt und es entsteht durch die halb geschlossene Stellung der Stimmbänder ein Reibelaut. Dem eigenen Atem zu lauschen wirkt wie eine Meditation und hilft, Widerstände zu beseitigen und die Asanas zu meistern. Der Ujjayi- Atem erzeugt Wärme im Körper, was ebenfalls die Asanapraxis unterstützt.
Die Bhastrika- oder die Kapalabhati- Atmung  sind Pranayama- Techniken, bei denen die Anzahl der Atemzüge pro Minute erhöht wird und dadurch vermehrt Kohlendioxid abgeatmet wird. Dadurch steigt der pH- Wert des Blutes und die Sauerstoffaufnahme erhöht sich.

Bei Nadi Shodana (Wechselatmung) erfolgt ein abwechselndes Atmen durch die rechte und linke Nasenhälfte. Dieser Atemübung werden ausgleichende und harmonisierende Wirkungen zugeschrieben.
 
In verschiedenen medizinischen Studien wurden die positiven Auswirkungen regelmäßiger Pranayama- Praxis bestätigt: Erhöhung der Lungenkapazität, verringerter Sauerstoffbedarf, niedrigerer Puls und Blutdruck und gesteigerte Aktivität des Parasympathikus.
Es gibt also viele gute Gründe, Pranayama achtsam zu praktizieren, vor allem aber gehört ein bewusster Atem zur Asanapraxis dazu, erst dann praktizierst Du „YOGA“ !
 

Yoga Petra
Yogabild
108 Sonnengrüße 21.12.2015
Maurice
Kims in Graz
Titelbild Geo
Kontakt

Gerne kannst du mit mir in Kontakt treten:

info@yogayoself.at

Aktuelles
Warum Technik im Yoga wichtig ist...