Im Jänner 2014 waren die Frankfurter Yogalehrer und Studiobesitzer Young Ho und Jang-Ho Kim in Graz, um einen Yogaworkshop zu halten. Yogayoself hat den Älteren der beiden Brüder um ein kleines Interview gebeten.

Yogayoself: Lieber Young Ho. Wann bist Du das erste Mal mit Yoga in Berührung gekommen?

Y.H.Kim: Da war ich so 23 Jahre alt.

Yogayoself: Hast Du da sofort gedacht, das ist es jetzt, das möchte ich beruflich machen?

Y.H.Kim: Das hat so eine Woche gedauert. Das war übrigens in den USA, in einem kleinen Ort bei San Diego in Encinitas, dort ist die Heimat von Ashtanga Yoga in Amerika. Ich bin ganz zufällig über Freunde dort gelandet. Nachdem ich ein paar Yogaeinheiten besucht hatte dachte ich, das ist interessanter als ich vorher angenommen hatte- es hat meine Neugierde geweckt.

Yogayoself: Was bedeutet es für Dich, Yogalehrer zu sein?

Y.H.Kim: Das ist für mich Berufung. Ich habe früher auch probiert, mein Leben mit anderen Dingen zu finanzieren, aber irgendwann hab ich aufgehört damit und dachte: Geld wird schon kommen. Ich mache jetzt das, was mich glücklich macht!

Yogayoself: Was macht für Dich einen guten Yogalehrer aus?

Y.H.Kim: Ganz einfach: authentisch zu sein. Wenn er den Mut dazu hat sich selbst zu zeigen, wie er ist, ohne eine Fassade aufzubauen und damit die Leute motiviert, auch authentisch zu sein.

Yogayoself: Kannst Du Dich an eine peinliche oder lustige Situation erinnern während des Unterrichtens?

Y.H.Kim: (Lacht) Da könnte ich ein Buch schreiben. Da gibt’s immer wieder lustige Sachen die passieren, die ich aber ungern in einem Interview verraten möchte. Ich glaube, vielleicht schreib ich wirklich mal ein Buch darüber. Das Yogalehrerleben kann sehr lustig sein!

Yogayoself: Gibt es eine Lieblingsasana für Dich im Moment?

Y.H.Kim: Schon sehr lange der Handstand, und jetzt die letzten Monate habe ich wenn ich für mich praktiziere die Königstaube sehr gerne.

Yogayoself: Welche Ziele möchtest Du in den nächsten Jahren erreichen?

Y.H.Kim: Ich möchte unseren “Stil“ und unsere Marke „Inside Yoga“ noch bekannter machen und verbreiten und… die Evolution vorantreiben!

 

Vielen Dank lieber Young Ho für das Interview und „Rock on“!

Für alle, die gerne mehr sehen möchten:

https://www.youtube.com/watch?v=3uijagt66fo

 

 

 

Kims in Graz

Die Temperaturen sinken, und die Natur bereitet sich zunehmend auf den Winter vor. Der Winter bedeutet Kontemplation und Rückzug. Die Kälte des Winters verlangsamt alles: den Stoffwechsel, die Aktivität, es kann sein, dass sich ein kleiner Winterblues einstellt. Der Mangel von äußerer Ablenkung und die langen Nächte konfrontieren uns mit unserem Inneren. Der Winter ist eine Zeit der Stille und Besinnung. Das kann auch Einfluss auf unsere Yogapraxis haben. Gerade im Winter können wir mit Yoga besser regenerieren und zu neuen Kräften kommen.
Die Natur lädt uns ein, es ihr gleich zu tun. Nachdem sich die Natur im Herbst zurückgezogen hat, beginnt mit dem Winter die Zeit des Elementes Wasser.
Für das Element Wasser stehen in unserem Körper die Organe Nieren und Blase wie auch die Knochen und das Knochenmark. Unsere energetischen Vorratskammern im Körper werden durch zu viel Stress belastet und ausgelaugt. Die Nieren bewahren unsere Substanz und versorgen alle aktivierenden Prozesse im Körper.
Die Übungspraxis soll den Energiefluss aktivieren, die Konzentrations- und Entspannungsfähigkeit fördern sowie Freude und Lust an der Bewegung wecken. Im Winter ist es wichtig, die Grundsubstanz an Energie zu speichern, zu nähren und zu pflegen. Die Energie soll fließen, sie darf sich aber in dieser Zeit nicht erschöpfen. Sanfte und ruhige Bewegungen sowie Vorwärtsbeugen nähren und schonen unser Energiepotenzial in dieser Jahreszeit.
Ernährungstechnisch sorgen salzige Nahrungsmittel, die viele Mineralstoffe liefern für Balance, z. B. Seefisch, Algen, Sushi, Meersalz, Miso oder Sojasoße. Daher in dieser Zeit auf Proteine, Kohlenhydrate, warmes Gemüse setzen. Kaltes und Rohes meiden. Gut zum Wärmen von innen ist auch eine Tasse Tee, vorzugsweise indischer Gewürztee oder einfach nur warmes Wasser.
Noch ein Tipp von mir als Apothekerin: auf ausreichende Vitaminversorgung- im speziellen Vitamin D- achten und diese eventuell mit Nahrungsergänzungsmitteln zuführen!

Artikel im GEO-Magazin, Juni 2013

Das GEO-Magazin widmete dem Thema Yoga einen über 20 Seiten langen Artikel dem Titel „Was Yoga kann“. Die Autorin Hania Luczak konzentrierte sich dabei vor allem auf die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse. Hier habe ich die interessantesten Punkte zusammengefasst:

 

Die promovierte Biochemikerin und GEO-Redakteurin Hania Luczak wühlte sich für den Artikel nicht nur durch die aktuelle Forschung zum Thema Yoga (es gibt mittlerweile mehr als 2000 Studien), sondern sprach auch mit Wissenschaftlern an der Charité in Berlin, der Harvard Medical School, der Boston University School of Medicine, dem New York Medical College, University of California und dem Semel Institute for Neuroscience and Human Behaviour. Danach reiste sie noch mit der Fotografin Helena Schätzle ins Iyengar Institut in Pune, Indien, und traf dort B.K.S. Iyengar, den Gründer des Iyengar Yoga.

  • Nackenschmerzen, Charité Berlin: Ein Mal pro Woche Yoga brachte deutlich mehr Besserung der Rückenleiden als eine Rückenschule
  • Rückenschmerzen, University of Washington, Seattle: Nachdem die Probanden ein halbes Jahr ein Mal pro Woche geübt hatten konnten 80% der Teilnehmer auf Schmerzmittel verzichten
  • Stress, University of California, Los Angeles: Im Vergleich zu Aerobcis verringert Yoga deutlich besser Aggressionen, Depression und Anspannung und wirkt positiver auf die Vitalität

Fakt:
Stress und die Folgeerscheinungen (ungesunde Ernährung, Nikotin- und Alkoholmissbrauch, Schlafmangel etc.) sollen bei der Entstehung von bis zu 80 Prozent aller Krankheiten ursächlich oder wenigstens beteiligt sein.

  • Schlafqualität, Harvard University, Boston: Die Gruppe, die Yoga praktizierte, konnte deutlich besser schlafen als die Gruppe, die an einer Schlafberatung teilgenommen hatte
  • Blutdruck, Yale University: Blutdruck-Patienten konnten aufrgund ihrer regelmäßigen Yoga-Praxis ihre Medikamenten-Dosis reduzieren
  • Herzrhythmusstörungen, Universität Dresden: Lang gehaltene Yogapositionen beruhigten den Herzschlag
  • Entzündungen, Prof. Dr. Andreas Michalsen, Charité Berlin: Frauen, die regelmäßig zwei Jahre lang Yoga übten, wiesen geringere Dosen des Entzündungsstoffes Interleukin-6 im Blut auf und reagierten weniger stark auf Stressoren als die Vergleichsgruppe
  • Depressionen/Angsterkrankungen, Boston University School of Medicine: Yoga-Stunden erhöhten den Spiegel der beruhigend wirkenden Gamma-Aminobuttersäure (GABA) im Gehirn deutlich – depressive und an Angsterkrankungen leidende Menschen weisen meist deutlich weniger GABA auf als andere
  • Belastungssituationen, Semel Institute for Neuroscience and Human Behaviour: 8 Wochen lang praktizierten Frauen, die an Alzheimer leidende Angehörige pflegten, täglich ein 12-minütiges, sanftes Yoga-Programm mit meditativen Atemübungen – verglichen mit der Kontrollgruppe, die täglich 12 Minuten lang Entspannungsmusik gehört hatte, hatten sie weniger Depressions-Symptome, höhere Werte für kognitive Leistungen und mentale Gesundheit, die Entzündungswerte waren niedriger, es wurden mehr Immun-Proteine produziert und die Zellalterung war verlangsamt
  • Prostata-Krebs, University of California: 30 Männer ernährten sich drei Monate lang vegetarisch, machten täglich Yoga und gingen spazieren – danach hatten sich die genetischen Muster der Probanden so verändert, dass einige Krebs-Gene inaktiv geschaltet waren
  • Brustkrebs, Semel Institute for Neuroscience and Human Behaviour: Zwei Mal pro Woche Yoga, über drei Monate, führte zur deutlichen Linderung des Fatigue-Syndroms (Erschöpfungserscheinungen, die häufig auf die Chemotherapie folgen), zudem berichteten die Teilnehmer von einer besseren körperlichen und seelischen Verfassung
  • Posttraumatische Belastungsstörung, Harvard Medical School: Nach acht Wochen Yoga hatten sich Symptome wie Schlaflosigkeit, Albträume, sozialer Rückzug und „Flashbacks“ deutlich verbessert
  • Gehirnleistung, Britta Hölzel, Charité Berlin: Nach 8 Wochen täglicher halbstündiger Meditation hatten sich die Gehirne der (extrem gestressten) Probanden deutlich verändert: Hirnregionen, die für Gedächtnis, Lernen und Emotionskontrolle zuständig waren sowie die Dichte der grauen Zellen hatten deutlich zugenommen – bei langjährigen Meditierenden wurde nachgewiesen, dass die altersbedingte Abnahme der frontalen Großhirnrinde ausgeblieben war

„Worte können den Wert von Yoga nicht vermitteln, es muss erfahren werden.“  B.K.S. Iyengar

 

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